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Brückenalarm in Deutschland: Der Sanierungsstau wird zum Standortrisiko

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Die neue ADAC-Studie zu Brückensperrungen verdeutlicht die Tragweite der Versäumnisse im Erhalt der Verkehrsinfrastruktur. Durchschnittlich verlängern sich Umwege bei Vollsperrungen um 14 Kilometer, die Fahrzeit steigt um bis zu 20 Minuten. Das betrifft nicht nur Millionen Pendlerinnen und Pendler, sondern auch den Wirtschaftsverkehr, der auf funktionierende und planbare Verbindungen angewiesen ist. Lieferketten geraten ins Stocken, zusätzliche Kosten und Emissionen entstehen, Umleitungsstrecken werden überlastet. Die zunehmende Zahl gesperrter Brücken zeigt, dass der Sanierungsstau längst eine gesamtwirtschaftliche Herausforderung ist.

Aus Sicht von Pro Mobilität muss die Politik jetzt handeln. Die im Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bereitgestellten Mittel müssen gezielt eingesetzt und in den kommenden Jahren für den Verkehrsträger Straße deutlich ausgeweitet werden, um den Sanierungs- und Modernisierungsstau Schritt für Schritt aufzulösen. Gleichzeitig braucht es schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, damit notwendige Bau- und Ersatzmaßnahmen nicht weiter verzögert werden. Ebenso entscheidend ist eine klare Priorisierung der Projekte in den Bedarfsplänen, damit Mittel dort ankommen, wo der volkswirtschaftliche Nutzen am größten ist. Eine verlässliche, überjährige Finanzierung in Verbindung mit der Rückkehr zum Finanzierungskreislauf Straße würde zudem dauerhaft Planungssicherheit schaffen. Nur so lässt sich verhindern, dass Brücken weiterhin Symbole einer überforderten Infrastrukturpolitik darstellen.