Digitalisierung und Vernetzung

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Unsere Ziele 2019 - Für eine zukunftsfähige Mobilität

Unsere Ziele 2019 - Für eine zukunftsfähige Mobilität

Auch im Jahr 2019 stellt sich Pro Mobilität den Herausforderungen im Mobilitätssektor mit dem Ziel einer sicheren, effizienten und zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur.

Es ist notwendig, die Rekordmittel für die Modernisierung, den Erhalt und Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur zu verstetigen. Es gilt den Bundesverkehrswegeplan konsequent und zügig weiter umzusetzen, um mehr Mobilität zu ermöglichen. Die Rekordinvestitionen im letzten Jahr haben gezeigt: Das Nadelöhr sind dabei nicht die Finanzen, sondern die Planungs- und Genehmigungszeiten. Hier gilt es, den Bau von Infrastrukturprojekten deutlich zu beschleunigen und überflüssige Bürokratie abzubauen. Deshalb sehen wir im Planungsbeschleunigungsgesetz einen großen Schritt in die richtige Richtung. Neben der Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und einer praktikablen Ausgestaltung von Umweltschutzbelangen sollten  Ersatzneubauten im Regelfall ohne Genehmigungsverfahren auskommen und digitale Planungsmethoden („Building Information Modeling“) flächendeckend zum Einsatz kommen. Darüber hinaus gilt es, die Digitalisierung im Bereich der Infrastruktur voranzutreiben. Es muss schon jetzt damit begonnen werden, alle Ampeln und Verkehrszeichen vernetzungsfähig zu machen, alle Parkplätze mit Sensorik auszustatten und die Telematik auf den Bundesautobahnen zum Standard zu erheben. Die erhobenen Daten müssen, unter strenger Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen, offen bereitgestellt und nutzbar gemacht werden, um neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln.


Chancen der Digitalisierung und Vernetzung nutzen

Die Digitalisierung des Verkehrssektors schreitet voran und wird die Mobilität von morgen maßgeblich mitbestimmen. Die digitale Vernetzung von Verkehrs­teilnehmern, Fahrzeugen und der sie umgebenden Infrastruktur sowie autonome Systeme versprechen Komfort, Sicherheit, eine effizientere Ausnutzung der vorhandenen Infrastruktur und Ressourcenschonung.

Die gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Chancen Intelligenter Mobilität wurden durch Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft erkannt. Im Rahmen vielfältiger Initiativen wurden dort bereits gute und konkrete Ergebnisse erarbeitet. Zur Optimierung und Verknüpfung von Teil­aspekten bestehender Ansätze wurde durch die Fokusgruppe „Intelligente Mobilität“ und die Expertengruppe „Intelligente Verkehrsnetze“ eine Roadmap erstellt, die gezielt Handlungsbedarfe von verkehrsträgerübergreifender Relevanz mit direktem Bezug zur Digitalisierung von Mobilität in den Fokus rückt und die Akteure und deren Rollen im digitalisierten Mobilitäts-Ökosystem verortet. Jetzt gilt es, die erarbeiteten Handlungsempfehlungen umzusetzen, damit man an konkreten Ergebnissen die Vorteile der Digitalisierung erkennen kann.

Moderne Breitbandnetze und Datenverfügbarkeit als Grundlage
Die Grundlage für die vernetzte und intelligente Mobilität der Zukunft stellen hochmoderne Breitbandnetze sowie die Bereitstellung umfassender und verlässlicher Daten von Fahrzeugen, Infrastruktur und Nutzern bei gleichzeitig hoher Datensicherheit dar. Für Informationsaustausch nahezu in Echtzeit ist ein stabiles und lückenloses 5G-Mobilfunk-Datennetz erforderlich. Die Übertragungstechnik muss standardisiert über die Landesgrenzen hinaus funktionieren. Datenschutz und die Transparenz über die Verwendung der im Straßenverkehr generierten Daten sind zudem wesentlich, wenn es um die Akzeptanz der neuen Technologie bei den Nutzern geht. Die im vernetzen Verkehr generierten anonymisierten Daten ermöglichen innovative digitale Servicedienstleistungen. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert, ihre Infrastrukturdaten in entsprechenden Plattformen zur Verfügung zu stellen.

Digitale Verkehrsbeeinflussung für mehr Sicherheit und Umweltschutz
Intelligente Verkehrsbeeinflussung steigert die Leistungsfähigkeit von Straßen, Neu- und Ausbaumaßnahmen sind erst später notwendig und das Risiko unfallträchtiger Staus wird reduziert. Die für eine digitale Verkehrslenkung benötigten Daten liefern Sensoren im Fahrzeug und der Infrastruktur, etwa in intelligenten Ampeln, Brücken, Markierungen und der Straßenbeleuchtung. Sie steuern mit ihren Informationen den Verkehrsfluss, vermeiden Staus und bremsen Fahrzeuge rechtzeitig ab. Auch nicht vernetzte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger profitieren davon.

Durch Verkehrsverflüssigung lassen sich NOx-Emissionen deutlich reduzieren, im Falle einer adaptiven Netzsteuerung sogar bis zu einem Drittel. Auch für den Parkplatzsuchverkehr, der sich in Deutschland auf mehr als 560 Millionen Stunden pro Jahr summiert, wobei jede Parkplatzsuche im Schnitt 1,3 Kilogramm CO2 verursacht, ergeben sich neue Möglichkeiten. Intelligentes Parkraummanagement, z.B. per Ultraschall-Sensorik in Straßenlaternen, ermöglicht ein optimales Routing zum nächsten freien Parkplatz. „Smart Parking“ entlastet den Straßenraum, Emissionen werden reduziert und die Insassen sparen Zeit. Im Optimalfall schrumpft die Parksuchzeit im Privatverkehr um bis zu 30 Prozent und um 52 Prozent im Wirtschaftsverkehr, was zu einer CO2-Reduktion von bis rund 500 Tsd. Tonnen führen kann. Digital gestützte Gütertransporte erlauben effizientere Transportketten mit einer intelligenten Kombination der jeweils optimalen Verkehrsträger. Eine Koordination der Routenempfehlung der unterschiedlichen Datenlieferanten ist dafür unerlässlich. Im Güterfernverkehr lassen sich mit entsprechenden Fahrempfehlungen die Slots zum Be- und Entladen sowie die oft überfüllten Lkw-Parkplätze besser managen. Innovative telematische Lösungen wie das LKW-Kolonnenparken oder das LKW-Kompaktparken können einen substantiellen Beitrag dazu leisten, kurzfristig und mit vergleichsweise moderaten Kosten zusätzliche Stellplatzkapazitäten zu schaffen.

Rechtliche Rahmenbedingungen für autonomes Fahren schaffen
Auch autonomes Fahren und automatisierte Assistenzsysteme können in den kommenden Jahren für mehr Sicherheit und Komfort im Mobilitätssektor sorgen. Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass geeignete rechtliche Rahmenbedingungen und internationale Standards für vernetzte und automatisierte Mobilität geschaffen werden.

Digitale Mobilitätsplattformen
Digitale Mobilitätsplattformen können die Abläufe und Organisation des Personenverkehrs deutlich nutzerfreundlicher und effizienter gestalten. Neue internetbasierte Plattformen ermöglichen schon heute die Organisation der gesamten Reisekette über verschiedene Verkehrsträger und Mobilitätsangebote hinweg. Durch Mobilitätsplattformen wird Transparenz für Nutzer und Anbieter geschaffen. Kommunen, insbesondere in den ländlichen Regionen, wird eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Mobilitätsangeboten ermöglicht. Hier gilt es, einen offenen und innovationsfreundlichen Rechtsrahmen zu schaffen, um die Entwicklung intermodaler Mobilitätsplattformen voranzutreiben.

  • Handlungsempfehlungen aus Roadmap „Intelligente Mobilität“ umzusetzen
  • Lückenloses 5G-Kommunikationsnetz aufbauen
  • Infrastrukturdaten von Bund, Ländern und Kommunen zur Verfügung stellen
  • Vorhandene Mobilitätsdaten anonymisiert nutzbar machen
  • Datenaustausch und Koordination bei höchst möglichem Datenschutzniveau ermöglichen
  • Infrastruktur mit intelligenter Sensorik aufrüsten
  • Internationale Standards für vernetzte und automatisierte Mobilität schaffen