Nachhaltiger Straßenbau

  • Anpassung des Vergaberechts zur Förderung des Einsatzes nachhaltiger Bauweisen
  • Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen
  • Nachhaltige, flächendeckende und dezentrale Rohstoffversorgung der Baustellen mit kurzen Anlieferungswegen sicherstellen
  • Ausweitung der Wiederverwendungsquoten von Ausbaumaterialien und Berücksichtigung des Niveaus der Wiederverwendung in der Wertschöpfungskette
  • Innovative, marktreife Lösungen für Lärm- und Schadstoffreduzierung bei Erhalt- und Sanierung der Straßeninfrastruktur mitdenken

Nachhaltigkeit im Straßenbau verankern

In der Novelle des Klimaschutzgesetzes wurde festgeschrieben, den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor bis 2030 auf 85 Millionen Tonnen zu senken. Damit wurde das bisher geltende Ziel um 10 Millionen Tonnen CO2 verschärft. Als Allheilmittel zur Senkung der Verkehrsemissionen wird oftmals eine deutliche Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene vorgeschlagen. Politisches Ziel ist, den Anteil des Schienengüterverkehrs bis 2030 auf 25 Prozent zu steigern und die Zahl der Passagiere im Fernverkehr zu verdoppeln. Selbst in dem Szenario einer umfangreichen Steigerung des Personen- und Güterverkehrs, bliebe die Straße, mit einem Anteil von etwa 75 Prozent in Personenverkehr und etwa 70 Prozent im Güterverkehr, weiterhin mit deutlichem Abstand der Hauptverkehrsträger. Deshalb ist es vor allem im Bereich der Straßeninfrastruktur zwingend erforderlich, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, der auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für nachhaltige, ressourcenschonende Bauweisen schafft. Zudem müssen die knapper werdenden Ressourcen und Rohstoffe nachhaltig und umweltschonend eingesetzt werden. Nur ein umfassender Stoffkreislauf im Baubereich entlastet angespannte Deponiekapazitäten und reduziert damit Baupreissteigerungen.

Vergaberecht im Sinne der Nachhaltigkeit reformieren

Um Nachhaltigkeit im Straßenbau sowohl im Planungs-, als auch im Haushaltsrecht erfolgreich zu implementieren, bedarf es einer Vielzahl von Änderungen. Zur Schonung der Ressourcen, Vermeidung von Reststoffen und zur Reduzierung der CO2-Emissionen müssen Standards und Mechanismen geschaffen werden, die den Einsatz nachhaltiger Bauweisen und Baustoffe unter Berücksichtigung der Lebenszyklus-Kosten - bei gleicher technischer Eignung - vorschreiben. Die öffentliche Hand muss die bereits existierenden Möglichkeiten des Vergaberechts nutzen und qualitative Aspekte bei der Bewertung von Angeboten berücksichtigen. Nachhaltige CO2-Reduzierungen sind insbesondere durch staatlich geförderte, neue, intelligente und effiziente Bau- und Sanierungsverfahren zu erreichen. Überregulierungen oder Verbote engen die Innovationskraft der Planer, Ausschreibenden und Baubetriebe sowie Baustoffproduzenten ein, verhindern neue Entwicklungen und schaden so dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei ist auf eine faire Vergabepraxis mit mittelstandsfreundlichen Rahmenbedingungen zu achten, um einen breiten, qualitätsvollen und innovativen Wettbewerb zu fördern. Nur ein funktionierender Wettbewerb und eine größtmögliche Zahl von Bietern sichern auf Dauer den Leistungs- und Preiswettbewerb zugunsten der öffentlichen Finanzen.

Wiederverwertbarkeit von Straßenbaumaterialien

In Zeiten knapper werdender Ressourcen und erhöhtem Baubedarf ist es zudem von besonderer Wichtigkeit, die vorhandenen Ressourcen nachhaltig und umweltschonend einzusetzen. Nachhaltigkeit bei Neubau, Sanierung oder auch Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur ist insbesondere dann gegeben, wenn die Wiederverwendung von Ausbaumaterialien im Straßenbau auf das maximal mögliche Maß, bei qualitativ höchstwertigem Niveau, ausgeweitet wird. Dadurch werden gleichzeitig wertvoller Deponieraum geschont und Massenguttransporte reduziert.

Nachhaltige Rohstoffversorgung

Die nachhaltige Rohstoffversorgung der Baustellen ist ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt: Boden, Sand, Kies, Schotter, Splitt und Recycling-Schüttgutmaterialien sind schwere Massengüter, die auf möglichst kurzen Wegen von den Baustoffherstellern und zu Baustellen transportiert werden sollten. Dadurch werden nicht nur Beschaffungskosten reduziert und so wirtschaftliches Bauen gefördert, sondern auch Emissionen minimiert. Viele der heute noch zahlreichen Kiesgruben, Naturstein- und Recyclingbetriebe stehen jedoch vor einem baldigen Auslaufen ihrer Gewinnungs- und Betriebsgenehmigungen und bemühen sich vor Ort um Anschlussgenehmigungen. Es gilt ein flächendeckendes, dezentrales Netz an Lieferanten von Böden, Kiesen, Natursteinen und Recyclingmaterialien aufrecht zu erhalten und zu verstärken. Öffentlichkeit und Genehmigungsbehörden müssen darüber hinaus verstärkt für die nachhaltige Bedeutung natürlicher und recycelter mineralischer Rohstoffe sensibilisiert werden. Zudem gibt es technische Möglichkeiten, vorhandene Ausbaustoffe so aufzubereiten, dass die vorhandenen Ressourcen geschont werden.

Innovative Produkte zur Lärm- und Schadstoffreduzierung

Bei Erhalt und Sanierung der Straßeninfrastruktur sollten auch innovative, marktreife Lösungen für eine Lärm- und Schadstoffreduzierung mitgedacht werden. Durch lärmmindernde Straßendecken und Fahrbahnmarkierungen kann Verkehrslärm reduziert sowie die Verkehrssicherheit, durch die Verhinderung von Aquaplaning und Sprühfahnen, erhöht werden. Darüber hinaus können schadstoffreduzierende Oberflächen für Fahrbahnoberflächen, Pflaster und Lärmschutzwände, Stickoxide neutralisieren und die Luftqualität, insbesondere an besonders belasteten Schwerpunkten, verbessern.

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