Antriebe und Kraftstoffe

  • Förderung einer flächendeckenden, bedarfsorientierten E-Ladeinfrastruktur nachhaltig sichern
  • konsequente Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie und zeitnaher Aufbau heimischer Produktionsanlagen für „grünen“ Wasserstoff
  • Förderung von Wasserstofftankstellen über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) weiterentwickeln
  • Stärkung gemeinsamer europäischer Initiativen
  • Unterstützung des Markthochlaufs von E-Fuels durch Förderung produktionsbezogener Forschung und Entwicklung
  • Entwicklung einer Power-to-X-Importstrategie
  • Rasche Verabschiedung und Nachschärfung der Vorschläge der EU-Kommission zur Alternative Fuels Infrastructure Regulation

Infrastruktur für nachhaltige Antriebe und Kraftstoffe schaffen

Nachhaltigkeit und Klimaschutz bestimmen weite Teile des gesellschaftlichen Diskurses und sind zu einem zentralen Element im politischen Handeln geworden. Pro Mobilität bekennt sich ausdrücklich zum Klimaschutz und den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Konkret bedeutet es, dass der Straßenverkehr bis zum Jahr 2050 dekarbonisiert werden muss. Mit dem Klimaschutzgesetz 2021 hat der Gesetzgeber die schon zuvor ambitionierten Klimaschutzziele noch einmal verschärft. So soll Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts seinen Treibhausgas-Ausstoß um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringern. Die Verkehrsinfrastrukturbranche ist bereit, sich den Herausforderungen für einen nachhaltigen Straßenverkehr mit einem breiten Maßnahmenmix und vielfältigen Lösungsansätzen bei alternativen Antrieben und Kraftstoffen zu stellen.

Elektromobilität als zentraler Baustein

Die Elektromobilität ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft. Die Weiterführung der Förderung einer flächendeckenden, am tatsächlichen Bedarf orientierten E-Ladeinfrastruktur ist – neben weiteren Maßnahmen – der richtige Weg, um die Akzeptanz von E-Fahrzeugen zu erreichen. Dies zeigt sich beispielsweise entlang der deutschen Autobahn, wo bereits heute ein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen besteht, das darauf angelegt ist, flexibel erweitert zu werden. Flankierend muss die anstehende Novellierung der AFID (Alternative Fuels Infrastructure Directive) dazu genutzt werden, ein flächendeckendes europäisches Ladenetz zu schaffen. Auch im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge gilt es, eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur zu errichten. Zudem stellen neben batterieelektrischen Nutzfahrzeugen, auch Wasserstoff und E-Fuels eine nachhaltige Alternative dar.

Nationale Wasserstoffstrategie konsequent umsetzen

Mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge zeichnen sich durch hohe Reichweite, schnelle und gewohnte Betankung sowie den hohen Wirkungsgrad aus und stellen damit insbesondere für Nutzfahrzeuge eine attraktive Lösung für emissionsfreie Mobilität dar. Die derzeit rund 100 existierenden Tankstellen in Deutschland sind für einen flächendeckenden Einsatz nicht ausreichend und öffentliche, für Nutzfahrzeuge geeignete H2-Tankstellen fehlen bisher weitgehend. Dazu bedarf es einer konsequenten Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie in Abstimmung mit den europäischen Initiativen. Im Sinne eines unmittelbaren Markthochlaufes ist die übergangsweise Nutzung des „blauen“ und „türkisen“ Wasserstoffes zu begrüßen, wobei perspektivisch nur „grüner“ Wasserstoff als wirklich nachhaltig anzusehen ist. Die Politik ist aufgefordert, die Potenziale des Verkehrs – und insbesondere des Straßenverkehrs – für den Hochlaufphase der Wasserstofftechnologie umfassend zu nutzen. Die bestehende Förderung von Wasserstofftankstellen über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) muss weiterentwickelt werden. Anzustreben ist der koordinierte Aufbau einer bedarfsgerechten und sicheren Tankinfrastruktur insbesondere mit Mitteln des Energie- und Klimafonds (EKF). Mittelfristig ist ein europaweites H2-Tankstellennetz genauso wie ein europaweites Ladenetz für batterieelektrische Fahrzeuge anzustreben. Hierfür ist unter anderem die Stärkung gemeinsamer europäischer Initiativen wie „H2 Mobility Europe“ notwendig. Die Vorschläge der EU-Kommission für eine neue Alternative Fuels+ Infrastructure Regulation gehen in die richtige Richtung.

Bestehende Technologien und Infrastrukturen nutzen

Verbrennungsmotoren der neusten Generation werden noch lange die wichtigste Rolle für einen CO2-effizienteren und umweltfreundlicheren Straßenverkehr spielen, insbesondere im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge. Kurzfristig ermöglichen zudem schadstoffarme Antriebe mit (Bio-)CNG und (Bio-)LNG einen Verkehr mit weniger Emissionen. Eine Förderung bei Anschaffung und Betrieb sollte sich jedoch an der CO2-Effizens der jeweiligen Fahrzeuge bemessen.

E-Fuels technologieoffen fördern

Synthetische Kraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien (E-Fuels) und klimaneutraler Wasserstoff können in Zukunft die nachhaltige Transformation im Transportsektor unterstützen. Hierfür müssen produktionsbezogene Forschung und Entwicklung gefördert und der Markthochlauf von wettbewerbsfähigen Technologien unterstützt werden, um die Herstellungskosten zu senken. Dieses Ziel gilt es zu unterstützen durch ein Marktanreizprogramm zur Förderung von Investitionen in Anlagen zur Wasserstoffherstellung im industriellen Maßstab in Deutschland.

Ein zukünftiger Markthochlauf synthetischer Kraftstoffe muss durch eine substanzielle Förderung unterstützt werden. Einen wichtigen Schritt stellt die Initiierung von Demonstrationsprojekten für transnationale E-Fuels-Lieferketten mit deutscher Beteiligung da. Für das Industrie- und Mobilitätsland Deutschland muss eine Power-to-X-Importstrategie entwickelt werden, die industrieseitige Kooperationen mit künftigen H2-Importeuren und -Exporteuren ermöglicht.

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