Vernetzte Mobilität

Infrastruktur für nachhaltige Mobilität zurück

Infrastruktur schaffen - technologieoffen fördern

Der Bedarf von privaten Nutzern und Wirtschaft nach individueller Mobilität wird allen Prognosen zufolge in der Zukunft weiter zunehmen. Elektromobilität, mit Batterien oder Wasserstoff und Brennstoffzelle, ist leise und lokal emissionsfrei. Aus regenerativen Quellen erzeugt, sind Strom, Wasserstoff und strombasierte Kraftsstoffe sogar komplett CO2-neutral. Elektromobilität reduziert Lärm und Emissionen für die Umwelt und die Gesundheit besonders in verkehrsreichen Städten. Für die Elektrifizierung des Verkehrs ist ein systemischer Ansatz unverzichtbar, der Kunden, Elektrofahrzeuge, Infrastruktur sowie Energieerzeugung und –verteilung als eine Einheit sieht.

Iinfrastruktur für nachhaltige Mobilität - Wegweiser für die Verkkehrspolitik bis 2021Bereits kurzfristig können mit Erdgas oder Flüssiggas betriebene Fahrzeuge Verkehr mit weniger Emissionen ermöglichen – eine Technologie, die auch für schwere Lkw im Fernverkehr einsetzbar ist. Die bis 2026 verlängerte Steuererleichterung für Erdgas und die Förderung von Autogas (LPG) bis 2022 sind ein richtiges Signal, geben aber nur wenige Jahre Investitionssicherheit. Angesichts der noch nicht ausgeschöpften technischen Möglichkeiten ist dies ein kurzer Förderhorizont. Denn Erdgas lässt sich mit Methan oder Wasserstoff mischen, die mit Hilfe überschüssiger Wind- oder Solarenergie gewonnen werden. So entsteht eine Speichermöglichkeit für erneuerbare Energien. Um dieses Potenzial für den Verkehrssektor zu erschließen, bedarf es weiterer intensiver Forschung, die gefördert werden sollte. Perspektivisch kann so auch der Gasantrieb CO2-frei werden. Der Herausforderung, Mobilität mit neuen Antriebs- und Verkehrskonzepten möglichst zügig emissionsärmer und umweltverträglicher zu gestalten, muss sich auch die öffentliche Hand als Betreiber der Verkehrsinfrastruktur stellen. Investitionen in einen effizienten ÖPNV, sichere und leistungsfähige Rad(schnell)wege, Sharingkonzepte und Mobilitätsstationen können helfen, den Verkehr in Ballungsräumen nachhaltiger zu gestalten. Die Gesetzgebung sollte den Weg zu einem Mobilitätswandel unterstützen.

Infrastruktur schaffen

Alternative Antriebsarten benötigen eine Lade- bzw. Tankstelleninfrastruktur, die dem Nutzer eine flächendeckende Versorgung und Mobilität garantiert. Ohne die schnelle Umsetzung der nationalen Strategie für den Aufbau der Lade- und Tankstelleninfrastruktur für alternative Kraftstoffe und einer an der Nachfrage orientierten Weiterentwicklung wird es keinen Markthochlauf für alternativ angetriebene Fahrzeuge geben. Das gilt auch im Güterfernverkehr für den Einsatz von Flüssiggas (LNG), Oberleitungs-Lkw oder Brennstoffzellen-Technologie. Durch den beschleunigten Aufbau von rund 400 Schnellladesäulen auf den Autobahnen wird eine entscheidende Lücke für die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen auf langen Strecken geschlossen. Auch die Förderung des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) wird einen Teil zur weiteren Akzeptanz der Elektromobilität beitragen: Ziel sind 15.000 Ladestationen mit insgesamt 300 Millionen Euro Förderung in den kommenden vier Jahren. Davon sind 100 Millionen für Normalladung und 200 Millionen für Schnellladung vorgesehen. Viele potentielle Nutzer der Elektromobilität sind auf eine Ladeinfrastruktur in ihrem Zuhause (Garage, Stellplatz, Tiefgarage) angewiesen. Hier müssen Bau- und Wohnungseigentumsrecht angepasst werden, um den Aufbau der privaten Ladeinfrastruktur zu unterstützen. Das bundesweite Angebot an Ladestationen gleicht noch einem Flickenteppich mit zahlreichen regionalen Anbietern. Der Zugang muss europaweit so einfach werden wie das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte.

Emissionen und alternative Antriebe

Elektromobilität kann einen entscheidenden Beitrag zum nationalen und internationalen Klimaschutz und zur lokalen Verbesserung von Umwelteinwirkungen auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer leisten, was zur Akzeptanz von Verkehr und Mobilität beiträgt. Die leise und lokal emissionsfreie Fortbewegung ermöglicht aktiven Lärmschutz in Zeiten, in denen Verkehrswege und Wohnbebauung immer näher aneinander rücken. An besonders von Verkehr belasteten Stellen in Innenstädten können bauliche Maßnahmen in der Infrastruktur zu Schadstoffminderungen beitragen. Mooswände gegen Feinstaub und Stickoxide oder regelmäßige Straßenreinigung in regenarmen Zeiten können die Belastungen senken und sind weiter zu erproben.

Technologieoffen fördern

Welche Antriebsart und welche Ladetechnik sich in Zukunft in den verschiedenen Fahrzeugklassen vom Fahrrad bis zum schweren Lkw durchsetzen wird, vermag heute mit Sicherheit niemand zu sagen. Deshalb sind technologieoffen die Voraussetzungen zu schaffen, dass Markt und Kunden schließlich emissionsarme Angebote für ihr individuelles Mobilitätsprofil nutzen können. Mit Versuchsstrecken, auf denen Elektro-Lkw mit Oberleitung getestet werden, dem Ausbau des Wasserstofftankstellennetzes, der Forschung an synthetischen Kraftstoffen und der Förderung der Elektromobilität werden Chancen für eine umweltfreundliche Mobilität der Zukunft geschaffen. Erdgas und Autogas sind eine marktfähige Möglichkeit, sie brauchen aber steuerrechtlich eine klare und langfristige Perspektive. Die Forschung und Förderung von Brennstoffzellen muss fortgesetzt werden. Biokraftstoffe und synthetisch hergestellte Kraftstoffe müssen weiter strategisch erforscht und gefördert werden.