Vernetzte Mobilität

Chancen der Digitalisierung und Vernetzung zurück

Mehr Umweltschutz ermöglichen - Verkehrsaufkommen und Infrastruktur steuern

Chancen von Digitalisierung und Vernetzung - Wegweiser Verkehrspolitik bis 2021Chancen der Digitalisierung und Vernetzung: Ein vernetzter und automatisierter Verkehr verspricht Komfort, Sicherheit und perspektivisch auch eine effizientere Ausnutzung der vorhandenen Infrastruktur. Digitale Verkehrslenkung lastet das vorhandene Streckennetz besser aus, manche Neu- und Ausbaumaßnahmen sind dadurch erst später erforderlich. Sensoren im Fahrzeug und der Infrastruktur, etwa in intelligenten Ampeln, Brücken, Markierungen und Straßenbeleuchtung sowie hochauflösende Karten liefern die benötigten Daten. Sie steuern mit ihren Informationen den Verkehrsfluss, vermeiden Staus und bremsen Fahrzeuge rechtzeitig ab. Auch nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger profitieren davon.

Für den Informationsaustausch nahezu in Echtzeit ist ein stabiles und lückenloses 5G-Mobilfunk-Datennetz erforderlich. Die Übertragungstechnik muss standardisiert über die Landesgrenzen hinaus funktionieren. Auch für automotive WLAN-gestützte Kommunikation sind bedarfsgerechte Frequenzen und adäquate Infrastrukturausrüstung erforderlich. Datenschutz und die Transparenz über die Verwendung der im Straßenverkehr generierten Daten sind zudem wesentlich, wenn es um die Akzeptanz der neuen Technologie bei den Nutzern geht. Die im vernetzen Verkehr generierten anonymisierten Daten ermöglichen innovative digitale Servicedienstleistungen. Mobilitätsdaten mit hohem Potenzial kommen beispielsweise aus der Lkw-Maut, worauf im Zuge der Neuvergabe der Mauterhebung besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert, ihre Infrastrukturdaten in entsprechenden Plattformen zur Verfügung zu stellen. Mit der im Digital-Gipfel 2017 vorgestellten „Roadmap Intelligente Mobilität“ liegen Handlungsempfehlungen für die Digitalisierung des Verkehrs vor.

Mehr Umweltschutz ermöglichen

Automatisierungsfunktionen im Verkehr haben stets mehrere Effekte – mehr Komfort und Sicherheit, Zeitgewinn, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung. Besonders deutlich wird dies beim Parkplatzsuchverkehr, der sich in Deutschland auf mehr als 560 Millionen Stunden pro Jahr summiert, wobei jede Parkplatzsuche im Schnitt 1,3 Kilogramm CO2 verursacht. Intelligentes Parkraummanagement, z.B. per Ultraschall-Sensorik in Straßenlaternen, ermöglicht ein optimales Routing zum nächsten freien Parkplatz. „Smart Parking“ entlastet den Straßenraum, Emissionen werden reduziert und die Insassen sparen Zeit. Im Optimalfall schrumpft die Parksuchzeit im Privatverkehr um bis zu 30% und um 52% im Wirtschaftsverkehr, was zu einer CO2-Reduktion von bis rund 500 Tsd. Tonnen führen kann.

Verkehrsaufkommen und Infrastruktur steuern

Intelligente Verkehrsbeeinflussung steigert die Leistungsfähigkeit von Straßen, Neu- und Ausbaumaßnahmen sind erst später notwendig und das Risiko unfallträchtiger Staus wird reduziert. Eine Koordination der Routenempfehlung der unterschiedlichen Datenlieferanten ist dafür unerlässlich. Im Güterfernverkehr lassen sich mit entsprechenden Fahrempfehlungen die Slots zum Be- und Entladen sowie die oft überfüllten Lkw-Parkplätze besser managen. Durch Verkehrsverflüssigung lassen sich NOx-Emissionen deutlich reduzieren, im Falle einer adaptiven Netzsteuerung sogar bis zu einem Drittel. Mit dem Wissen um das Verkehrsaufkommen von Pkw und Lkw und der tatsächlichen Belastung von Brücken wird auch ein vorausschauendes Infrastrukturmanagement möglich. Mit dem digitalen Planen und Bauen (BIM), bei dem das Bauwerk als virtuelles Modell abgebildet wird, sind künftig alle relevanten Bauwerksparameter bekannt. Dies beschleunigt nicht nur Planung und Bau, sondern erleichtert auch den künftigen Betrieb und die Erhaltung.