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Veranstaltungsdokumentation

Fachgespräch "Demografischer Wandel und zukünftiger Fernstraßenbedarf" am 12. Dezember 2006 in München

Welche Auswirkungen auf die Mobilitätsentwicklung wird der demografische Wandel haben und welche Schlussfolgerungen lassen sich für den zukünftigen Fernstraßenbedarf ableiten. Diese Frage war Gegenstand eines Fachgesprächs des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) und von Pro Mobilität am 12. Dezember in München. Die Vorträge und Diskussionen lassen den Schluss zu, dass nicht nur der Güterverkehr sondern voraussichtlich auch der Personenverkehr in den nächsten Jahrzehnten über dem Niveau von 2002 liegen wird. Der mögliche Rückgang der Bevölkerung in Deutschland ab dem Jahr 2020 bedeutet somit nicht, dass die Verkehrsnachfrage sinken wird. Die Formel, der demografische Wandel erübrige den Fernstraßenausbau, geht nicht auf.
[PDF-Download: 143 KB] Einladung

In seiner Einführung stellte Professor Alexander Eisenkopf von der Zeppelin University die Grundtendenzen der Bevölkerungsentwicklung dar. Er erwartet, dass viel mehr noch als ein möglicher Bevölkerungsrückgang der wachsende Anteil der Älteren die Verkehrsnachfrage verändern wird.
[PDF-Download: 343 KB] Vortrag Prof. Alexander Eisenkopf

"Selbst unter der Maßgabe, dass durch den demografischen Wandel die Bevölkerung bis 2050 um bis zu 10 Prozent zurückgeht, wird unterm Strich der Personenverkehr voraussichtlich nicht abnehmen. Wahrscheinlicher ist sogar eine Zunahme", ist das Fazit eine Untersuchung über Auswirkungen der langfristigen demografischen Veränderungen auf die Mobilität des Verkehrsforschers Ralf Ratzenberger für den ADAC. Die immer größer werdende Bevölkerungsgruppe der Älteren wird mobil bleiben wollen und den Pkw intensiver als heute nutzen.
[PDF-Download: 35 KB] Vortrag Ralf Ratzenberger

"Wenn wir uns die mittelfristige Finanzplanung des Bundes und die zu erwartenden Kürzungen im Fernstraßenbau auf 4,5 Mrd. Euro ansehen, müssen wir feststellen, dass wir uns keineswegs auf der Zielgeraden befinden", sagte Björn Dosch, Ressortleiter Verkehr beim ADAC. Die Schere zwischen Bedarf und Investitionen klaffe immer weiter auseinander. Die Qualität der Straßen nehme weiter ab. Der einzige Weg aus dem Dilemma sei eine Reform der Infrastrukturfinanzierung. Hier müsse, so Dosch, die Abkoppelung des Verkehrshaushaltes vom Bundeshaushalt unter Nutzung der Einnahmen der Lkw-Maut im Mittelpunkt stehen.
Das Motto laute: "Straße finanziert Straße".
[PDF-Download: 678 KB] Vortrag Björn Dosch

Haupteinflussfaktor auf die Entwicklung des Güterverkehrs bleibt die intensivere Arbeitsteilung, betonte Dr. Stefan Rommerskirchen von ProgTrans AG, Basel. Da die wirtschaftliche Verflechtung innerhalb Europas und auch der Handel mit anderen Kontinenten weiterhin zunehmen würden, steige in den westeuropäischen Ländern die Transportintensivität bis 2020 weiter an. Selbst danach werde die Güterverkehrsleistung noch weiter wachsen. Die Straße bleibe beim Güterverkehr der dominierende Verkehrsträger.
[PDF-Download: 16 KB] Vortrag Dr. Stefan Rommerskirchen

"Für die Wirtschaft ist die Erreichbarkeit ein sehr wichtiger Standortfaktor", darauf wies Stefan Gerwens, Geschäftsführer von Pro Mobilität, hin. Dies gelte besonders für international tätige Unternehmen, die Transport und Logistik sogar noch stärker als die Arbeitskosten gewichteten. Die gute Anbindung an das Fernstraßennetz sei für Städte und Gemeinden daher ein Muss, ohne das die Aussichten auf Neuansiedlungen von Produktions- und Logistikunternehmen gering seien. Angesichts der heutigen Überlastung vieler Autobahnen und des auch langfristig absehbaren Verkehrswachstums müsse der Ausbau wichtiger Achsen beschleunigt werden.
[PDF-Download: 1,9 MB] Vortrag Stefan Gerwens

Ministerialdirigent Claus-Dieter Stolle, Leiter der Unterabteilung Straßenplanung, -recht und Technik im Bundesverkehrsministerium hob hervor: "Da Verkehrssysteme und -infrastrukturen eine über Jahrzehnte gehende Lebensdauer haben, werden für einen effizienten Mitteleinsatz Langfristprognosen immer wichtiger". Er verwies auf jüngere Forschungsaufträge des Ministeriums und stellte die Integration von statistischen Daten zum demografischen Wandel in der Infrastrukturplanung dar.
[PDF-Download: 51 KB] Vortrag MDirig. Claus-Dieter Stolle

Der ADAC hat anlässlich der Veranstaltung die Studie "Demografischer Wandel und Mobilität", die von Ralf Ratzenberger erarbeitet wurde, vorgestellt. Die Studie (Schutzgebühr 8,- Euro) kann bezogen werden über: ADAC e.V., Ressort Verkehr, Am Westpark 8, 81373 München, Fax: (089) 76 76 45 67, E-Mail: verkehr.team@adac.de.