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Vernetzte Mobilität

Mobilität verändert sich, sie wird von Grund auf neu gestaltet. Noch nie gab es eine schnellere Entwicklung in den Fahrzeug- und Mobilitätskonzepten. Die Straßeninfrastruktur wird zukünftig nicht nur auslanglebigen und mängelfreien Fahrbahnen und Brücken bestehen, sondern sie wird ihre Nutzer in Echtzeit mit Informationen versorgen, Daten für automatisierte Fahrzeuge zur Verfügung stellen und Verkehrsteilnehmer miteinander vernetzen.

Unser Ziel ist es, an der Modernisierung der Infrastruktur für mehr Effizienz, Sicherheit und Umweltschutz aktiv mitzuwirken.

Dafür setzt sich Pro Mobilität mit seinen Mitgliedern, im Dialog mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ein.
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Lärmschutz zurück

Infrastrukturpotenziale für mehr Lärmschutz nutzen

Lärmsanierung beschleunigen

Der Schutz vor Lärm ist für die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen in Deutschland von zunehmender Bedeutung. Deshalb ist es notwendig, Potenziale für mehr Lärmschutz an Straßen zu nutzen. Der vorhandene Rechtsrahmen bietet hierzu viele Möglichkeiten, die von lärmarmen Fahrbahnbelägen, über Lärmschutzwände und Ortsumgehungen bis hin zu lärmarmen Reifen reichen.

Im Bereich der Infrastruktur werden beim Lärmschutz in der Regel drei Interessenbereiche politisch abgewogen: erstens, die Mobilität von Menschen und Gütern, zweitens der Schutz der vom Verkehrslärm Betroffenen und drittens die finanziellen Möglichkeiten der Baulastträger.

  • Die Art des Fahrbahnbelags und sein Zustand haben erheblichen Einfluss auf die Lärmemissionen. Das spüren auch die kommunalen Aufgabenträger bei der Ausarbeitung ihrer Lärmaktionspläne im Zuge der Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie. So sieht die Stadt Essen in der Wahl des Fahrbahnbelags eine wirksame Maßnahme zur Eindämmung der Lärmemissionen. Bei einem schadhaften Asphaltbelag geht das Land Berlin von einer lärmerhöhenden Wirkung von bis zu 1 dB(A) aus. Neben der Erhöhung des Mittelungspegels soll auch ein deutlich höherer Spitzenpegel auftreten .
  • Das nationale Verkehrslärmschutzpaket II des Bundes von 2009 sieht vor, die Belastung der Menschen durch Verkehrslärm an Fernstraßen bis 2020 um 30 Prozent zu senken. Generell ist hierbei zwischen Lärmvorsorge und Lärmsanierung zu unterscheiden. Die Lärmvorsorge erfolgt in Verbindung mit dem Neu- und Ausbau von Strecken. Es werden Maßnahmen zur Einhaltung von gesetzlichen Standards für eine in der Zukunft erwartete Verkehrsnachfrage in der Zukunft festgelegt. Die frühzeitige Berücksichtigung der Lärmschutzmaßnahmen beim Neu- und Ausbau ist günstiger als ein Handeln in späteren Jahren. Die Vorsorge trägt auch zur Akzeptanz der Projekte bei.
    Bei der Lärmsanierung werden im vorhandenen Straßennetz nachträglich Schutzmaßnahmen ergriffen, um bereits eingetretene Belastungen der Menschen über einem bestimmten Niveau zu verringern. Um die für Bundesfernstraßen erst 2010 um 3 dB(A) abgesenkten Schwellenwerte für Maßnahmen der Lärmsanierung wirksam umsetzen zu können, müssen zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Die jährlichen Mittel hierfür hat der Bund seit 2000 verdreifacht. Sie belaufen sich im Bundeshaushalt 2011 auf 49,2 Mio. Euro.
  • Generell ist die Bündelung von Verkehrsströmen - auch verschiedener Verkehrswege - ein wirksamer Ansatz zur Lärmminderung, weil zusätzliche Nutzer den Lärmpegel nicht spürbar erhöhen und Lärmschutzmaßnahmen konzentrierter eingesetzt werden können. Gleichwohl gibt es auch hier die Belange Betroffener und Konflikte mit anderen politischen Zielen (z.B. Luftqualität) zu berücksichtigen.
  • Jeder Verkehrsteilnehmer kann durch sein Fahrverhalten wie auch die Ausstattung seines Fahrzeugs (z.B. durch die Reifenwahl) dazu beitragen, unnötige Beeinträchtigungen von Anwohnern zu vermeiden.

Die Verbesserung des Lärmschutzes muss Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Modernisierung der Verkehrswege sein. Viele technische Möglichkeiten sind vorhanden, deshalb ist auch hier die Frage der Finanzierung sehr bedeutsam.