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PRESSEMITTEILUNG 13/2006
Berlin, den 18. Juli 2006

Pro Mobilität zur Erklärung von Allianz pro Schiene "Straße wuchert, Schiene schrumpft"

Lächerlicher Vergleich

"Allianz pro Schiene versucht in ihrer heute veröffentlichten Erklärung den Eindruck zu wecken, die Bahnen könnten anstelle von Pkw, Bus und Lkw den Verkehr im ländlichen Raum und den Wohngebieten flächendeckend übernehmen. Das ist lächerlich", erklärte Stefan Gerwens, Geschäftsführer von Pro Mobilität. "Nur so kann die Allianz pro Schiene zu der populistischen Aussage kommen, die Schiene bewältige pro Kilometer mehr Verkehr als die Straße. Wer von Eisenbahnschienen in jedem Neubaugebiet träumt, sollte wach werden und die Realität zur Kenntnis nehmen".

Die Schiene wickle bekanntlich vor allem Regional- und Fernverkehr ab. "Es ist unstrittig, dass die Hauptlast des Verkehrs Autobahnen und Bundesstraßen zu bewältigen haben", so Gerwens. Auf dem Fernstraßennetz von rund 53.143 km Länge würden rund 40 Prozent des gesamten Personenverkehrs in Deutschland abgewickelt und zusätzlich noch rund die Hälfte des Güterverkehrs. Die Bahnen kämen auf einem Netz von 34.700 Kilometer auf 8 Prozent des Personenverkehrs und 16 Prozent des Güterverkehrs. Eine realistische Bilanz spreche also eindeutig für die Straße. "Dennoch wird allein für den regionalen Schienenpersonenverkehr Jahr für Jahr mit rund sieben Milliarden Euro mehr Geld ausgegeben als für das gesamte Fernstraßennetz. Investitionen in den Ausbau des Schienennetzes sind da noch nicht einmal mitgerechnet", kritisiert der Sprecher des Zusammenschlusses führender Verbände, Unternehmen und Automobilclubs.

Die Zukunft des Verkehrs im ländlichen Raum seien Pkw, Lkw und Bus. Im Personenverkehr erwarteten Experten, dass im Zuge der demographischen Entwicklung nur Pkw und Bus Mobilität in dünn besiedelten Regionen gewährleisten können. Im Güterverkehr gebe es keine Alternative zum Lkw. Gerwens erinnerte daran, dass die Deutsche Bahn AG, selbst Mitglied bei Allianz pro Schiene, in den vergangenen Jahren im Schienengüterverkehr konsequent den Rückzug aus der nicht lukrativen Fläche betrieben habe. Industrie und Handel seien in ländlichen Regionen deshalb auf die Straßen angewiesen.

Zwingend notwendig sei eine nachhaltige Infrastrukturpolitik, die zusätzliche Flächeninanspruchnahme auf das Notwendige beschränkt, aber Mobilität gewährleistet. "Es muss gezielt dort investiert werden, wo Verkehrszuwächse erwartet werden und zusätzlicher Kapazitätsbedarf entsteht. An einem Ausbau der Autobahnen geht dann kein Weg vorbei, wohl aber an einer Rückkehr der Schiene in die Fläche", so Gerwens.

Nähere Informationen: Stefan Gerwens, Geschäftsführer, Pro Mobilität,
Friedrichstraße 154, 10117 Berlin, Tel. 030/22 48 84 12

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