PRESSEMITTEILUNG 15/2005 Berlin, den 17. Juni 2005
Präsident Peter Fischer zu Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen
Stopp für Straßenneubau führt in die Sackgasse
Dr. Peter Fischer, Präsident von Pro Mobilitiät, Initiative für Verkehrsinfrastruktur, hat dem Sachverständigenrat für Umweltfragen vorgeworfen, mit seiner im heute veröffentlichten Sondergutachten "Umwelt und Straßenverkehr" erhobenen Forderung nach einem Stopp beim Straßenneubau an der Realität vorbei zu gehen. Trotz der Ökosteuer habe der Verkehr in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Deshalb sei der Lösungsansatz des Sachverständigenrates, weiter auf Erhöhung der Ökosteuer und Verlagerung zu setzen, ein falscher Weg. Wachsende Staus belasteten die Umwelt und erhöhten die Unfallrisiken. Sie bewirkten damit genau das Gegenteil von dem, was sich der Sachverständigenrat erhoffe.
Der Pkw-Verkehr sei schon heute so stark, wie er erst für 2015 erwartet worden sei. Staus seien deshalb an der Tagesordnung. Die Politik habe sich in den vergangenen Jahren ihre Verlagerungsträume viel kosten lassen. So sei im vergangenen Jahrzehnt fast ausschließlich mehr Geld in den Ausbau der Schiene geflossen als in die Fernstraßen. Für den Schienennahverkehr gebe der Bund ohnehin mehr Geld aus als für sein gesamtes Straßennetz. Das Ergebnis sei sehr ernüchternd.
Der Bericht verschweige auch, dass viele Menschen keine Alternative zum Auto hätten. Da viele Bahnstrecken still gelegt sind, seien die Leute auf dem Lande auf das Auto angewiesen. Ähnlich sei die Situation für Industriebetriebe im ländlichen Raum, die vom Bahnnetz abgehängt worden seien. Deshalb trage der Bau von Umgehungsstraßen zur Entlastung der Menschen vom Durchgangsverkehr in den Ortschaften bei. Er sei außerdem ein wichtiger Beitrag zu mehr Verkehrsicherheit.
In dem Bericht werde leider nur am Rande erwähnt, dass der energiesparsamste Verkehr auf der Straße statt finde, so Dr. Fischer. Der Bus sei das Verkehrsmittel mit dem geringsten Energieverbrauch.
Nähere Informationen: Stefan Gerwens, Geschäftsführer, Pro Mobilität, Friedrichstraße 154, 10117 Berlin, Tel. 030/22 48 84 12
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