header
Kontakt  Sitemap  Impressum  Rechtshinweis

PRESSEMITTEILUNG 27/2004
Berlin, den 7. Januar 2005

Präsident Peter Fischer zu Äußerungen des Präsidenten des Umweltbundesamtes zur Verkehrspolitik in den EU-Beitrittsstaaten

Verzicht auf Straßenbau ist schlechte Umweltpolitik

markerDie neuen EU-Mitgliedsstaaten in Mittel- und Osteuropa brauchen dringend eine bessere Straßeninfrastruktur. Nur so könne das starke Verkehrswachstum in den Nachbarstaaten umweltverträglich und sicher bewältigt werden, erklärte Dr. Peter Fischer, Präsident von Pro Mobilität, heute in Berlin. Er widersprach damit Aussagen des Präsidenten des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, in der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung, der gefordert hatte, beim Güterverkehr im gesamten Europa stärker auf die Bahn zu setzen.

markerEine größere Bedeutung des Schienenverkehrs sei zwar wünschenswert, angesichts der Leistungsdefizite der Bahnen aber unrealistisch, so Fischer, ehemaliger niedersächsischer Verkehrsminister. "Die seit Jahren politisch angestrebte Verkehrsverlagerung ist eine Illusion geblieben, das zeigen die weiter zunehmenden Marktanteile von Pkw und Lkw in Deutschland". Weder die Bevorzugung der Schiene bei den Verkehrsinvestitionen noch die massive Verteuerung des Benzins durch die Ökosteuer hätten daran wesentlich etwas geändert. Die Autofahrer nutzten die Fahrzeuge immer sparsamer aber nicht weniger, wie neue Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegten.

marker"Vergebliches Warten auf eine Verkehrsverlagerung und ein Verzicht auf Straßenbau sind schlechte Umweltpolitik", so Fischer. Die Energievergeudung im Stop-and-Go-Verkehr von Staus würde dadurch weiter verschärft. Jeder siebte Liter Kraftstoff werde in Deutschland im Stau vergeudet. Das sei kontraproduktiv für den Klimaschutz.

markerAuch die heute veröffentlichte Meldung des Statistischen Bundesamtes, wonach der Schienengüterverkehr in den vergangenen Monaten seine Verkehrsleistung deutlich gesteigert habe, stelle keineswegs eine Trendumkehr zur Bahn dar. Der Zuwachs erkläre sich vor allem aus der dynamischen Entwicklung des Außenhandels. Der Lkw lege im internationalen Transport ebenfalls stark zu. So habe die Transportleistung deutscher Lkw im grenzüberschreitenden Verkehr im ersten Halbjahr um 20,8 Prozent zugenommen. Eine Entlastung der Straße durch die Schiene sei nicht in Sicht. Fischer: "Die neuen EU-Staaten machten sich zu recht nicht eine Anti-Straßen-Politik zu eigen, die in Deutschland gescheitert ist".

Nähere Informationen: Stefan Gerwens, Geschäftsführer Pro Mobilität,
Friedrichstraße 154, 10117 Berlin, Tel. 030/22 48 84 12

Downloads zu diesem Artikel:
Gesamter Artikel als PDF-Datei [199 KB]