PRESSEMITTEILUNG 22/2004
Berlin, den 2. November 2004
Zur Forderung des Umweltbundesamtes nach höherer Lkw-Maut
Höhere Maut hilft der Schiene nicht
Die Erwartung des Umweltbundesamtes, eine Erhöhung der Lkw-Maut führe zu einer Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, sei eine Illusion. Das erklärte Dr. Peter Fischer, Präsident von Pro Mobilität. Er kritisierte die heute erhobene Forderung des Vizepräsidenten des Amtes, Thomas Holzmann, der eine laufende Erhöhung gefordert
hat.
Die Maut sei ein Instrument der Infrastrukturfinanzierung und könne nicht dazu dienen, um jeden Preis die von der Bundesregierung vergeblich erhoffte Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bis 2015 zu erreichen. Die Schiene werde hier mit politischen Erwartungen überfrachtet, die unrealistisch seien.
Obwohl die Bundesregierung die Schiene in den vergangenen Jahren bei den Investitionen bevorzugt habe, sei der Marktanteil des Lkw in den vergangenen Jahren auf mehr als 70 Prozent gestiegen. Daran habe auch die Mehrbelastung durch die Ökosteuer nichts geändert. Statt auf Verlagerung zu hoffen, solle die Politik endlich dafür sorgen, dass die Staus auf den Straßen
im Zuge der EU-Erweiterung nicht weiter zunähmen. Hier werde schon heute jeder siebte Liter Kraftstoff in Deutschland vergeudet.
Der Bericht des Statistischen Bundesamtes zur umweltökonomischen Gesamtrechnung habe deutlich gemacht, dass die rot-grüne Verlagerungspolitik gescheitert sei. Zur Verantwortung des Staates für die Umweltbelastungen aus Staus schweige sich der Bericht jedoch aus. Gerade deshalb sei es notwendig, die Mauteinnahmen vollständig und zusätzlich in das
Fernstraßennetz zu investieren.
Pro Mobilität ist ein Zusammenschluss führender Wirtschaftsverbände, Unternehmen und Automobilclubs.
Nähere Informationen: Stefan Gerwens, Geschäftsführer Pro Mobilität,
Friedrichstraße 154, 10117 Berlin, Tel. 030/22 48 84 12
Downloads zu diesem Artikel:
Gesamter Artikel als PDF-Datei [234 KB]
|