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PRESSEMITTEILUNG 03/2004
Berlin, den 30. Januar 2004

PRO MOBILITÄT: Die Straße braucht höhere Investitionen als die Schiene - Abschied von der Verlagerungsillusion

marker"Die Straße braucht höhere Investitionen als die Schiene", forderte Dr. Peter Fischer, Präsident von Pro Mobilität, bei den XII. Deutschen Asphalttagen in Berchtesgaden vor 600 Kongressteilnehmern. Zehn Jahre nach der Bahnreform sei festzustellen, die Schiene habe die Erwartungen der Politik nicht erfüllen können. Pkw, Lkw und Busse sicherten die Mobilität in Deutschland. Auf der Straße finde 70 Prozent im Güterverkehr und 88 Prozent im Personenverkehr statt. Die langfristigen Prognosen der Bundesregierung zeigten, daran werde sich auch in Zukunft nichts wesentlich ändern. Eine relative Bevorzugung der Schiene durch die Politik würde zu Chaos im deutschen Verkehrssystem führen.

markerFischer plädierte für eine realistischere Verkehrspolitik, die Abschied nehme von Verlagerungsillusionen zur Bahn und von der Kopplung des Investitionsniveaus der Straße an das der Schiene. Die Verteilung der Investitionsmittel auf die Verkehrswege dürfe sich gerade angesichts der aktuellen Nöte im Verkehrsetat 2004 nicht an ideologischen Vorgaben orientieren. Die Fakten sprächen eindeutig für die Straße.

markerEntgegen der öffentlichen Wahrnehmung sei der Bedarf an Erhaltungsinvestitionen bei der Straße höher als bei der Schiene. Das Bruttoanlagevermögen der Fernstraßen sei mit 180 Milliarden Euro im Vergleich der beiden Verkehrswege um 50 Prozent höher. Zur Substanzerhaltung müsse deshalb bei der Straße mehr getan werden.

markerEinen erhöhten Nachholbedarf Schiene gebe es nicht. Der Anteil der Investitionen aus den letzten beiden Jahrzehnten sei mit 58 Prozent bei der Schiene so hoch wie bei keinem anderen Verkehrsweg. Bei den Fernstraßen sei die Alterstruktur mit einem Anteil der Investitionen der Jahre 1982 bis 2001 von 43 Prozent deutlich schlechter.

markerBeim Neu- und Ausbau müsse ebenfalls die Rolle der Straße als Garant von Mobilität stärker gewichtet werden. Der zusätzliche Kapazitätsbedarf bestimme sich aus der absoluten Zunahme der Beförderungsleistungen. Beim Pkw sei hier die Zunahme in allen Szenarien der Bundesregierung für 1997 bis 2015 mindestens fünfmal so hoch wie bei der Bahn. Beim Lkw wachse die absolute Leistung in dieser Zeit mindestens doppelt so schnell wie bei der Güterbahn. Wahrscheinlich werde die tatsächliche Entwicklung noch stärker die Straße favorisieren, da sich der politische Wunsch nach Verdopplung des Schienengüterverkehrs nicht erfüllen werde.

markerFischer forderte die Bundesregierung auf, der Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für Mobilität und damit für Wachstum und Beschäftigung mehr politisches Gewicht zu geben. Die Kürzungen im Verkehrsetat 2004 müssten deshalb schnellstens bereinigt werden. Wo dies nicht gelänge, müsse der tatsächliche Bedarf über die Verteilung auf die Verkehrswege entscheiden. Ideologie in Form der Gleichverteilung der Mittel sei fehl am Platz.

Ansprechpartner: Stefan Gerwens

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