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PRESSEMITTEILUNG 13/2003
Berlin, den 17. Juni 2003

PRO MOBILITÄT: Schönfärberei bei Schienenvorhaben für Bundesverkehrswegeplan?

marker"Die Bewertungen der vordringlichen Schienenvorhaben im Bundesverkehrswegeplan sind äußerst zweifelhaft. Nicht haltbare Nachfrageprognosen führen zu überhöhten Werten bei der gesamtwirtschaftlichen Effizienz der Maßnahmen und damit zu Schönfärberei", erklärte Dr. Peter Fischer, Präsident von Pro Mobilität – Initiative für Verkehrsinfrastruktur in Berlin. "Die viel geringere Effizienz des Mitteleinsatzes bei der Schiene im Vergleich zur Straße muss zu deutlichen Konsequenzen bei der Mittelverteilung führen. Die Bundesregierung muss vor der für Anfang Juli geplanten Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans im Kabinett erhebliche Umschichtungen zugunsten der Straße im Investitionsrahmen vornehmen."

markerFür die zwanzig Neu- und Ausbaustrecken des vordringlichen Bedarfs und der Planungsreserve werde im Schienengüterverkehr für das relevante Prognosejahr 2015 eine durchschnittliche Beförderungsweite von rund 430 km unterstellt. Das gehe aus den Projektdaten hervor, die das Bundesverkehrsministerium im Internet veröffentlicht habe. Wie die Beförderungsweite über alle Vorhaben gegenüber dem bisherigen Durchschnitt des Marktes um 70 Prozent gesteigert werden solle, bleibe schleierhaft, so Fischer. In den letzten zehn Jahren habe es gerade einmal einen Anstieg um 50 km auf 252 km im Jahr 2002 gegeben. Bei Kaufmannsgütern stagniere die Transportweite seit Jahren.

markerAuch im Personenverkehr seien Zweifel an den Berechnungen der angebracht, unterstrich Fischer. Für das Neu- und Ausbauvorhaben Hanau/ Würzburg/ Erfurt/ Fulda werde ein Wachstum des Personenverkehrs errechnet, dem eine durchschnittliche Beförderungsweite pro Passagier von 638 km zugrunde liege. Der durchschnittliche Reisende im Fernverkehr der DB AG lege 260 km zurück. Es sei unwahrscheinlich, dass die prognostizierte Nachfrage bei diesen Vorhaben erreicht werde. Deshalb stelle sich die Frage nach der Effizienz des Mitteleinsatzes auch hier.

markerDie gesamtwirtschaftliche Effizienz spreche klar für die Straße. Bei der Straße lege die Bundesregierung dem Bundesverkehrswegeplan von 1997 bis 2015 einen Zuwachs von 126 Milliarden Personenkilometern und 138 Milliarden Tonnenkilometern zugrunde. Bei der Bahn werde ein Anstieg um 24 Milliarden Personenkilometer und um 75 Milliarden Tonnenkilometer erwartet. Um zusätzliche Kapazitäten für die Abwicklung von zehn Milliarden Leistungseinheiten zu schaffen, würden bei der Straße Investitionen von 1,4 Milliarden EUR geplant, während bei der Bahn hierfür 2,6 Milliarden EUR kalkuliert würden. Eine realistische Nachfrageabschätzung würde die Effizienz der Schienenwegeinvestitionen weiter verschlechtern.

markerAufgabe der Infrastrukturplanung sei es, durch die Planung zusätzlicher Infrastrukturkapazitäten die Voraussetzung zu schaffen, dass das erwartete Wachstum der Verkehrsnachfrage auf effiziente Weise bewältigt werden könne. Diesem Anspruch werde der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bisher nicht gerecht, so der Präsident von Pro Mobilität.

listPRO MOBILITÄT - Initiative für Verkehrsinfrastruktur wurde im Juli 2002 gegründet. Der Verein setzt sich für die Verbesserung der Infrastruktur in Deutschland ein.

Pro Mobilität wird getragen von: ADAC e.V., Autobahn Tank & Rast Holding GmbH, Automobilclub von Deutschland e.V., Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V., Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V., Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V., DEKRA e.V., Deutscher Asphaltverband e.V., F. Kirchhoff AG, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG, Mineralölwirtschaftsverband e.V., STRABAG Straßen- und Tiefbau AG, Tiefbau-Berufsgenossenschaft, Verband der Automobilindustrie e.V., Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen e.V., Verkehrsakademie Bayern e.V., Wolff & Müller GmbH & Co. KG, Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

Weitere Auskünfte:
Stefan Gerwens
Telefon: 0 30 - 22 48 84 12
PRO MOBILITÄT – Initiative für Verkehrsinfrastruktur
Friedrichstraße 154
10117 Berlin
www.promobilitaet.de

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