V. Anregungen zur Weiterentwicklung der Methodik des Bundesverkehrswegeplans
21. Säule "Verkehrsqualität" in die Bewertungsmethodik aufnehmen
Eine Säule "Verkehrsqualität" sollte die heute vorhandenen drei Säulen "Nutzen-Kosten-Analyse", "Raumwirksamkeitsanalyse" und "Umweltrisikoeinschätzung" ergänzen. Solche Verkehrsqualitätsberechnungen nach Fahrtrichtung und zeitlichen Nutzungsmustern (Berufsverkehr, Wochenendverkehr, Ferienzeit, etc.) erlauben spezifischere Problemanalysen als "durchschnittliche tägliche Verkehrsstärken", die heute der Streckenbewertung zugrunde liegen.
Die Studie "Langfristige Prognose der Verkehrsqualität auf ausgewählten Bundesautobahnen" des ADAC bietet hierfür ein Gerüst.
22. Projektprüfung auf privatwirtschaftliche Realisierbarkeit einbinden
Alle Vorhaben, die zur Prüfung für einen neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden, sollten in einer Vorprüfung auf ihre privatwirtschaftliche Realisierbarkeit geprüft werden.
Pro Mobilität fordert: Der Projektbewertung der Bundesverkehrswegeplanung sollte zukünftig eine Vorprüfung zur privatwirtschaftlichen Realisierbarkeit von Vorhaben vorgeschaltet und in die Methodik eine Säule Verkehrsqualität aufgenommen werden.
23. Bundesverkehrswegeplan auf Fernverkehr konzentrieren
Der Bundesverkehrswegeplan sollte sich auf Vorhaben von Bedeutung für das Fernverkehrssystem konzentrieren. Umgehungsstraßen mit einem Investitionsvolumen von weniger als 5 Mio. EUR sollten nicht einer Einzelbewertung unterliegen und keinen Eingang in die Projektlisten finden. Sie könnten durch einen finanziellen Sondertopf im Ermessen der jeweiligen Bundesländer umgesetzt werden. Dies würde dazu beitragen, den Bundesverkehrswegeplan wieder auf
seine eigentliche Aufgabe zu konzentrieren.
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