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Verkehrsnetze - nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Autobahnen sind nicht mit DB Gesamtnetz vergleichbar

„Autobahn wächst, Schiene schrumpft“, vermeldete der Bahn-Verband Allianz pro Schiene in seiner Pressemeldung vom 17.07.2013. Von 2000 bis 2011 seien die Bundesschienenwege um 8 Prozent geschrumpft, während das Autobahnnetz um 9 Prozent gewachsen sei. Doch wer so argumentiert, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Nicht das Bahn-Gesamtnetz sondern das Fern- und Ballungsnetz mit seinen 21.972 Kilometern Länge wäre als Vergleichsgröße angebracht. Dort gab es seit 2008 einen geringen Zuwachs von 51 Kilometern (frühere Daten nicht verfügbar). Doch nicht die Netzlänge ist hier entscheidend: Es wurde massiv in Hochgeschwindigkeitstrassen investiert, um die Reisezeiten zu verkürzen. Der Anteil der Fernverkehr-Schnellfahrstrecken wuchs seit 2000 von 1599 Kilometer um 911 Kilometer auf 2510 Kilometer. 234 Kilometer davon waren Neubaustrecken – ein Plus von 14,6 Prozent an Streckenlänge. Weitere 952 Kilometer sind derzeit im Ausbau.

Das vom Bahnverband beschriebene Wachstum des Autobahnnetzes geht zu großen Teilen auf das Konto der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit, die bereits weitestgehend abgeschlossen sind. Die Zeiten des Streckenwachstums sind nicht nur deswegen vorbei. Angesichts knapper Kassen lautet die Devise der Politik für den Straßenetat der kommenden Jahre: Erhalt und Ausbau vor Neubau.

Veränderungen des Gesamtnetzes ergeben sich bei der Bahn aus dem Saldo von Zu- und Abgängen durch Eigenbau, Eigentumswechsel und Reaktivierung auf der einen Seite sowie Rückbau, Stilllegung, Verkauf und Verpachtung auf der anderen Seite. Der bloße Blick auf die Länge des Gesamtnetzes macht also weder die Verlagerungen vom Streckennetz der Deutschen Bahn zu nicht bundeseigenen Eisenbahnen transparent, noch bildet er die Qualitätssteigerungen der Bahnstrecken ab.